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Vortrag von Jack Aldewereld

 

Heute war Jack Aldewereld bei uns in der Realschule Linnich. Herr Aldewereld war sehr froh darüber, dass er uns seine Lebensgeschichte erzählen durfte. Er erzählte etwas über sein Leben und seine Familie. Jack Aldewereld ist am 2. März 1943 in Amsterdam geboren. Er war 6 Monate alt, als er in eine Pflegefamilie kam. Seine Pflegemutter war katholisch und sein Pflegevater evangelisch. Er kannte seine jüdische Familie nicht, bis auf seine Schwester Funny.

 

Er berichtete aus dem Jahre 1889, in diesem Jahr wurde Adolf Hitler in Österreich geboren aber Herr Aldewereld hatte sich nie mit ihm beschäftigt. 1933 wurde ein Niederländer von dem anfänglichen Nazi-Regime gefasst und zu Tode gefoltert.  Ab 1934 durften Juden nichtmehr auf die Straße, und auch nichts mehr verkaufen. Die Nationalsozialistische Bewegung nannte diese Tat Judenboykott.

 

Im Jahr 1939 wurde den Niederländern zugesagt, dass sie vor Deutschland keine Angst haben müssten, da sich "Nachbarn" ja nichts tun würden.

 

Am 10. Mai 1940 wurden die Niederlande von den Nationalsozialisten angegriffen und nur 4 Tage später lag Rotterdam in Schutt und Asche. Zwei Jahre später, im Jahr 1942, fand im Reichstag in Berlin eine Konferenz der sogenannten „Sturmstaffel“ auch SS genannt, gegen die jüdische Bevölkerung statt.

 

Weiterhin erzählte Herr Aldewereld, dass Teile der Niederländischen Armee der SS beitraten und einige  ihre jüdischen Einwohner für 7,50 Gulden verrieten. 1943 fanden Aufstände gegen die SS und die Wehrmacht statt.

 

Jacks Familie wohnte in Uithoorn, einem kleinen Dorf, welches ca. eine Stunde Autofahrt von Amsterdam entfernt liegt. Am 18 März 1943 wurden 18 Juden verraten, unter ihnen befanden sich auch seine 2 Brüder (14 und 17) und sein Vater (43). Sie wurden ins KZ Westerbork gebracht und wenige Tage später in Sobibor ermordet. Auf dem Weg dorthin wurden die gefangenen Juden wie "Vieh" und "Abschaum" behandelt.

 

Als eines Tages die Nachbarn der Familie von Jack vorbeikamen, schüttete sich Funny kochendes Wasser über die Oberschenkel. Ihre Mutter (42) brachte sie ins Krankenhaus, während die Nachbarn auf Jack aufpassten. Als die beiden sich im Krankenhaus befanden, wurde eine Razzia in Uithoorn durchgeführt. Die Nachbarin, die in der Zeit immer noch auf Jack aufpasste, versteckte ihn in der Wohnung. Seine Mutter wurde festgenommen und ins Konzentrationslager Ausschwitz verbracht. Eine Gruppe von Niederländern  rettete viele jüdische Kinder und sorgte dafür, dass sie in Pflegefamilien in Limburg und in den  Norden der Niederlande gebracht wurden. Transport und Aufnahme in die Familien waren lebensgefährlich für die Retter/innen.

 

Danach wurde Jack in einer Pflegefamilie in Brunssum  groß.

 

Als er nach Jahren seine Schwester wiederfand, wollte er natürlich alles zu den Umständen der Familie wissen, Funny jedoch verriet ihm nichts. All sein Wissen eignete er sich selber an.

 

1994 reist er zurück nach Uithoorn, um genauere Informationen zu bekommen. Er kehrte mit einem Vorlegebesteck und der Mitgliedskarte seines Bruders vom örtlichen Sportvereins, was ein Nachbar für die Familie aufbehielt, nach Brunssum zurück. 

 

Jack Aldewereld wollte als Dank für die Retter ein Denkmal in Brunssum errichten, hatte aber nicht genügend Geld. So musste er 262 Kinder finden,  welche ebenfalls in Pflegefamilien leben mussten. Jack fand insgesamt 200 wieder. Weiterhin wurden Wände, Säulen und Fassaden plakatiert, um die zu ehren, die ihr Leben für das jüdische Volk geopfert hatten.

 

Alle Mitschüler/innen hörten Herrn Aldewerld gebannt und respektvoll zu, weil er mit seiner Lebensgeschichte und der Art, sie zu präsentieren, sehr beeindruckte.

 

Etliche Interessierte sprachen hinterher in kleiner Runde mit Herrn Aldewereld und schauten sich sein  Material zur Zeitgeschichte, das beschriebene Besteck und die Mitgliedskarte seines Bruders an.

 

Bericht einer Schülerin der 10b, Juni 2018