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Gedenkabend  zur Reichspogromnacht

 

 

Die beiden Schüler Luca Klein und Sebastian Ringeis aus der Klasse 10a haben den unten stehenden Text am Mittwoch, den 08.11.2017, am Gedenkstein der Linnicher Synagoge im Rahmen des jährlich stattfindenden Gedenkabends vorgetragen. Die Stadt Linnich organisiert in jedem Jahr diesen Gedenkabend als Erinnerungsveranstaltung an die sogenannte "Reichspogromnacht" 1938. Neben der musikalischen Begleitung durch den Posaunenchor der evangelischen Kirche gab es Beiträge der Bürgermeisterin, von Vertreter/innen  der beiden Kirchen, des Geschichtsvereins und des Bildhauers Willi Arlt.  Zehn  Grundschüler/innen trugen auf bewegende Weise die  Geschichte der Familie Salomon vor und drückten den zutiefst menschlichen Wunsch „Dazu gehören“ durch Legen der entsprechenden Buchstaben nach jedem Kurzbeitrag aus.

 

Ansprache von Luca und Sebastian:


Am 10. November 1988 fand bekanntlich die Einweihung dieses Gedenksteins und seitdem findet auch die jährliche Gedenknacht in Linnich statt. In mittlerweile 29 Gedenknächten wollen wir uns an die geschehenen Taten erinnern und uns bewusstwerden, dass uns als deutsche Nation solch ein gewaltiger Fehler nicht erneut wiederfahren darf. Wir möchten Sie hier an die Novembernacht im Jahre 2013 erinnern, wo es genau 100 Jahre her war, dass die jüdische Gemeinde in Linnich ihre Thorarollen in ihre neu erbaute Synagoge trugen. In diesem Jahr trug ein Rabbiner ein andächtiges Gebet als Höhepunkt des Jahres vor.


Die Nacht vom 9. zum 10. November sollte die seit dem Frühjahr 1938 angeordnete Arisierung antreiben. Vom 7. bis 13. November 1938 wurden jüdische Wohnungen, Häuser, Synagogen, Friedhöfe und Geschäfte in Brand gesetzt und zerstört. 30.000 Juden wurden in Konzentrationslagern inhaftiert. So markierten die Pogrome den Übergang der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, welche knapp 3 Jahre später im Holocaust mündete.


Die Verbrechen der Nationalsozialisten wurden von Anhängern der SA und SS begangen, welche in Zivil gekleidet waren. Sie hinderten in jener Nacht mit Waffengewalt auch hier in Linnich z.B. die Feuerwehr daran, brennende Häuser, Geschäfte und Synagogen zu löschen.


Wir Schüler der Realschule Linnich wollen uns vollstens von rechtextremistischer Gewalt distanzieren und wollen den Opfern des Holocaust in Ehren gedenken.

 

Weitere Informationen im Artikel der Jülicher Zeitung vom 09.11.2017