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Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

 

Die beiden Schüler Florian Kurtz und Mathavan Karunanithy aus der Klasse 10c haben den folgenden Text am Mittwoch, den 09.11.2016 am Gedenkstein der Linnicher Synagoge im Rahmen einer jährlich statt findenden Gedenkfeier vorgetragen. Die Stadt Linnich organisiert in jedem Jahr diese Gedenkfeier, die überall in Deutschland als Erinnerungsveranstaltungen an die sogenannte "Reichspogromnacht" 1938 stattfindet.

 

"Die verbrennen die Synagoge"  


"Die Straßen waren ungewöhnlich leer, rauchig und grau. Die Luft wurde immer dicker vor lauter Ruß, je näher ich an die Herzog-Rudolf-Straße kam. Dann sah ich plötzlich die ersten Flammen. Ich ging weiter die Straße entlang bis ich fast gegenüber der Schule war und auch nur ein paar Schritte von den Soldaten entfernt. 'Meine Schule brennt', wiederholte ich, wer weiß wie oft, wahrscheinlich unhörbar geflüstert. 'Ja, meine Schule brennt, und niemand kommt die Flammen auszulöschen!' Erst dann hörte ich eine Stimme. Ich glaube es war eine Männerstimme: 'Die verbrennen die Synagoge!'"


So erinnert sich Zeitzeugin Melanie Dewynter an den Morgen danach. Genau 78 Jahren ist es her, dass in der Nacht von 9. auf 10. November 1938 in Deutschland die Schergen des Nazi-Regimes tobten.


Dabei wurden vom 7. bis 13. November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung.

 

Auch bei uns in Linnich kam es auch zu Schreckenstaten der Nazis. Die hier stehende Synagoge wurde angesteckt und brannte nieder. Gerade in der heutigen Zeit sind Veranstaltungen wie diese unverzichtbar. Wir Schülerinnen und Schüler der Realschule Linnich gedenken den Opfern.